| Gentechnik und ihre Folgen |
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| Mittwoch, den 01. Juli 2009 um 01:20 Uhr |
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Im Mittelpunkt des engagierten und spannenden Vortrages stand die Sojabohne, die wichtigste gentechnisch veränderte Pflanze, die seit 1996 angebaut wird. Durch einen Eingriff in das Erbgut war es Forschern gelungen, sie gegen den Herbizid-Wirkstoff Glyphosat resistent zu machen. Das hätte bedeutet, dass nur noch ein Pflanzenschutzmittel verwendet werden muss. Die Firma, die Gen-Soja herstellt, produziert auch das dazugehörige Herbizid und verdient damit zweifach. Aber der Preis, den die Bauern dafür bezahlen, ist wesentlich höher, denn Gen-Soja liefert geringere Erträge. Noch folgenreicher ist es, dass Unkraut schon bald Sorten entwickelt, die gegen Glyphosat resistent sind. Das zwingt zum Einsatz weiterer Herbizide, die giftiger sind und sich auch auf die Sojabohne auswirken. Die Folgen für die Verbraucher sind nicht ausreichend getestet und können deshalb nicht abgeschätzt werden. Sehr viel sinnvoller ist nach Meinung des Referenten konventioneller und biologischer Anbau. Professor Andrioli beschränkte sich in seinem Vortrag aber nicht auf Landwirtschaft und Chemie, sondern übte auch Kritik an dem kapitalistischen Gesellschaftssystem, das vom Konkurrenzdenken bestimmt ist: „Wenn zehn einen Wettlauf machen, gibt es nur einen Gewinner und neun Verlierer.“ Deshalb fordert er ein Umdenken, das Solidarität in den Mittelpunkt stellt. Für die Landwirtschaft bedeutet es vor allem die genossenschaftliche Organisation der Kleinbauern, für die Verbraucher Wachsamkeit und Verzicht auf gentechnisch veränderte Produkte. Der gut besuchte Vortrag endete mit einer lebhaften Diskussion.
* http://www.huk-relsberg.de/gentechnik_und_ihre_folgen-1.html |